Denkmalschutz und Denkmalpflege

Remscheid hat eine vielfältige Denkmallandschaft.
Typische bergische Fachwerkhäuser, Gründerzeitvillen, Kirchen und Industriebauten prägen das Stadtbild.
Altstadt Lennep

Allgemeines

Seit Inkrafttretung des Denkmalschutzgesetzes NRW im Jahre 1980 wurden viele wichtige Zeugnisse vergangener Epochen - eine Fülle von Bodenurkunden und eine reiche bauliche Hinterlassenschaft - sichtbar, obwohl es erst so schien, als seien durch die Industrialisierung seit Mitte des vorigen Jahrhunderts sowie durch zwei Weltkriege eine Menge davon eingebüßt worden.

Das Denkmalschutzgesetz NRW mit seinen Besonderheiten, wie zum Beispiel der weitgefaßte Denkmalbegriff oder die Zweistufigkeit des Gesetzes, hat der schwierigen und vielschichtigen Materie des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege bemerkenswerte Impulse gegeben und zur Akzeptanz des Denkmalschutzgedankens in der Bevölkerung wesentlich beigetragen.

Stärker als anderswo wird das Bild des Landes NRW ganz besonders durch seine Industrie und Arbeitsstätten bestimmt. Kein anderes Land wurde so stark und so früh industrialisiert wie Nordrhein-Westfalen.
Dies trifft auch in besonderem Maße auf Remscheid zu. Bis heute kann man an erhaltenen baulichen Anlagen und Bodendenkmälern die industrielle Entwicklung der Stadt nachvollziehen (zum Beispiel Steffenshammer, ehemaliger Schlachthof, Wassertürme, Bodendenkmäler in den Bachtälern, und andere).

Dass auch Bauten und Gegenstände des 20. Jahrhunderts Denkmäler sein können, lässt sich in der Öffentlichkeit häufig nur schwer vermitteln, da gewohnte ästhetische Merkmale oft nicht erfüllt werden. Anschaubare Geschichte hört indessen um 1900 nicht auf. Denkmalschutz kann sich nicht auf die Erhaltung einzelner herausragender, künstlerisch überzeugender Bauten beschränken.

Ranghohe Denkmäler wie Dome oder historische Rathäuser sind so selbstverständliche Denkmäler, dass sie wohl kaum gesetzlicher Regelungen bedürfen. Aber die gebauten Zeugen, die die geschichtliche, wirtschaftliche oder soziale Entwicklung einer kleinen Gemeinde oder einer zur Großstadt mit all ihren Schattierungen wachsenden Kommune darstellen, bilden bis hin zu Industrieanlagen, Verkehrsbauten und Arbeitersiedlungen jene Denkmäler, die sich nicht für Jedermann sofort erschließen.

Was ist ein Denkmal?

Der Denkmalbegriff wird gemäß § 2 Abs.1 Satz 1 Denkmalschutzgesetz NRW wie folgt definiert:

"Denkmäler sind Sachen, Mehrheiten von Sachen und Teile von Sachen, an deren Erhaltung und Nutzung ein öffentliches Interesse be­steht."

Denkmäler werden den folgenden Kategorien zugeordnet:

  • Baudenkmäler (komplette Gebäude oder nur Teile von Gebäuden)
  • Bodendenkmäler (zum Beispiel Hohlwege, Ober- und Untergräben, ehemalige Stauteiche)
  • bewegliche Denkmäler  (zum Beispiel eine historische Apothekeneinrichtung).

Neben dem Schutz einzelner Objekte bietet das Denkmalschutzgesetz NRW die Möglichkeit, ganze Bereiche zu schützen, die sogenannten Denkmalbereiche. Denkmalbereiche sind Mehrheiten von baulichen Anlagen, und zwar auch dann, wenn nicht jede dazugehörige einzelne bauliche Anlage die Voraussetzungen der Definition gemäß § 2 Abs. 1 Denkmalschutzgesetz NRW erfüllt. Außerdem können Stadtgrundrisse, Stadt-, Ortsbilder und -silhouetten, Stadtteile und -viertel, Siedlungen, Gehöftgruppen, Straßenzüge, bauliche Gesamtanlagen, Einzelbauten sowie hand­werkliche und industrielle Produktionsstätten Denkmalbereich sein.


 

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