Denkmal des Monats Januar 2012

Am Hardtpark - Pavillon
Ansicht Pavillon 2002

Geschichte

Die Gartenkunst mit ihren historischen Ausstattungselementen, zu denen insbesondere bauliche Anlagen, die Bepflanzung, das Wegesystem und die Sichtbezüge gehören, hat im Lauf der Geschichte große Verluste hinnehmen müssen. Insbesondere durch die Grundstücksparzellierungen und die bauliche Verdichtung ehemals außerhalb der Stadtbefestigung liegender Flächen, die nunmehr in das innerstädtische Weichbild verwoben sind, gehen diese Areale mit ihrer ursprünglichen Prägung verloren. 

Park- und Gartenanlagen sind Zeugnisse der Kultur, aber auch "Schöpfungen der Muse" - denn erst wenn eine Gesellschaft Zeit und Kraft besitzt, werden die notwendigen Reserven zur Gestaltung frei gesetzt. Die Lage der Grünflächen sowie ihre architektonische und pflanzliche Gestaltung zeugen von der Funktion der Anlage als Lebensraum und der Selbstdarstellung früherer Gesellschaften und der von ihnen getragenen Kultur. 

Das ehemals in einer großzügigen Parkanlage der Familie Hermann Hardt (1866 - 1938) positionierte Gartenhaus war Teil eines gartenbaulichen Ensembles, das aus weiteren Pavillons, einer Reithalle und diversen Nebengebäuden bestand. 

Hermann Hardt war als Kaufmann und Tuchfabrikant sehr erfolgreich für die Firma Wülfing & Sohn tätig. Er war Stadtverordneter und Vorsitzender des Gemeinnützigen Bauvereins und förderte soziale und kulturelle Projekte in seiner Heimatstadt. 1929 wurde er zum Ehrenbürger von Lennep ernannt.

1897 errichtete Hermann Hardt sein stattliches Wohngebäude im Stil der deutschen Renaissance an der Rotdornallee 19, auf dem Gelände der heutigen Sondeschule (zwischen Ringelstraße und Rotdornallee).

Pavillon Ansicht und Grundriss zum Bauantrag 1910

Beschreibung

Das Gartenhaus entstand 1910 nach Plänen des Lenneper Architektur- und Baubüros Wender & Dürholt. Entgegen der ursprünglichen Planung wurde der Pavillon nicht mit einem 7-eckigen, sondern einem 6-eckigen Grundriss realisiert. Das geschweifte, verschieferte Dach nimmt die Grundform mit der profilierten, auskragenden Traufe auf und läuft in einer Spitze aus.

Fünf der sechs Wandflächen sind mit Türen bzw. Fenstern ausgestattet. Die beiden Türen mit den seitlichen Fenstern überfängt jeweils ein gemeinsamer Sturz. Die großen Fenster sind als Schiebefenster mit geraden Sprossen ausgeführt. Schlagläden schützen die Fenster vor der Witterung. 

Der Hardt´sche Gartenpavillon steht in der Tradition der bergsich-barocken Bauform, die mit der Bewegung des Heimatstils zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Renaissance erlebte. Von den ehemals zahlreich vorhandenen vergleichbaren Anlagen sind heute nur noch wenige Beispiele existent. 

Nachdem über viele Jahre der Erhalt des Baudenkmals unsicher war, ist es einer Bürgerinitiative zu verdanken, dass das Gartenhaus 2002 instand gesetzt werden konnte und weiterhin gepflegt wird.

 

Der Pavillon wurde am 06.05.1987 in die Denkmalliste der Stadt Remscheid eingetragen.