Denkmal des Monats März 2012

Diederichstempel
Diederichstempel in Müngsten Ansicht 2000

Geschichte

In Deutschland wurden Aussichtstürme in freier Natur erstmals Ende des 18. Jahrhunderts erbaut, zunächst vorwiegend als Gartenaccessoire. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ging diese Bauaufgabe auf die Bürgerschaft über und wurde von Vereinen und Komitees getragen; Höhepunkt dieser Aktivitäten war die Zeit des Zweiten Kaiserreichs (1871-1918).

Bereits 1895 stiftete August Diederichs der Stadt Solingen einen achteckigen  Aussichtspavillon im neuromanischen Stil, der bei Burg errichtet wurde. Von dort hat man eine Aussicht auf die Schlossanlage und den Stadtteil Unterburg.

Wie der Diederichstempel in Burg wurde auch der Diederichstempel in Müngsten von August Diederichs der Stadt Solingen gestiftet. Er suchte sich den Platz für das Bauwerk auf Remscheider Stadtgebiet oberhalb der Wupper in Müngsten selber aus und setzte dazu einen Vertrag auf.

Postkarte mit Pavillon und Brücke

In dem Übernahmevertrag ist festgehalten: "[...] dem Publikum zu allen Jahres- und wenigstens lichten Tageszeiten den freien Zu- und Eintritt in die hinfort Diederichseck zu benennenden Bauten, sowie den ungehinderten Genuß der erst durch sie erschlossenen Aussicht zu gestatten [...]".

Darüber hinaus ließ August Diederich der Stadt Solingen eine Barsumme für Folgekosten zukommen.

Der Tempel hatte keine weitere Funktion als der schönen Aussicht  auf die "Kaiser-Wilhelm-Brücke", die heutige "Müngstener Brücke", zu dienen.

Beschreibung

Der 1901 in Müngsten erbaute Tempel ist ein siebenseitiger, säulengetragener Pavillon in neugotischer Form. Auf dem aus Bruchsteinen gemauerten Fundament stehen sieben Säulen aus Sandstein, die den oberen Aufbau mit Kuppeldach tragen. Der obere Aufbau mit Spitzbögen ist gemauert und mit Zementstuck verputzt. Der Zementstuck imitiert auf den Außenwänden bis in die Laibungen der Spitzbögen eine Natursteinquaderung.

Diederichstempel Müngsten Ansichtszeichnung zum Bauantrag 1901

Die Säulen sind mit einem Halsring und gotisierenden Knospenkapitellen versehen. Darüber schließen sich ein schmales Wulstprofil, ein breiter glatter verputzter Streifen und das profilierte Traufgesims an. Die geschweifte Haube ist mit geprägten Kupferblechen belegt und mit einer Wetterfahne bekrönt.   

Den Innenbereich überspannt eine in Rabitzkonstruktion gefertigte Kuppel. Zwischen den Säulen befinden sich hüfthohe schmiedeeiserne Geländer und die Spitzbogenöffnungen sind durch verzierte Eisenanker verbunden.

Im Präsentationsjahr der Regionale 2006 wurde der Diederichstempel umfangreich saniert.

Der Diederichstempel wurde am 11.11.1987 in die Denkmalliste der Stadt Remscheid eingetragen.

 

 

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