Denkmal des Monats Dezember 2012

Am Wallenberg 1 - Waldkirche
Waldkirche - Handskizze zum Bauantrag 1952

Geschichte

Um den Bewohnern der Ortsteile Krebsöge und Wilhelmstal den Kirchgang zu ermöglichen, ließ die Ev. Kirchengemeinde Remscheid - Lennep 1952 oberhalb der heutigen Wuppersperre eine kleine Kirche mit angrenzender Wohnung errichten. Als Architekt wurde Hanns Berger mit der Planung beauftragt, der unter anderem auch die Kirche an der Burger Straße 180, in unmittelbarer Nähe des SANA-Klinikums, und das ehemalige RILOGA-Werk  in der Haddenbacher Straße plante. Die Bauausführung übernahm die Firma Wender & Dürholt, die bereits seit dem ausgehenden 19. Jahrhunderts mit ihren Werkstätten und dem Baugeschäft zahlreiche Bauvorhaben in Lennep umsetzte.

Lageplan zum Bauantrag 1952

Die Kirche, die auf Grund ihrer Lage am Waldrand auch "Waldkirche" genannt wird,  knüpft in traditionalistischer Formensprache (Grundriss, Bauansichten, Dachform) an die Architektur des Heimatstils der 1930er Jahre an und ist in der Größe mit einer Dorfkirche vergleichbar .

Als die Ev. Kirchengemeinde Remscheid - Lennep im Jahr 2005 über einen Verkauf der Kirche nachdachte, gründete sich im Jahr 2006 der "Förderkreis Waldkirche e.V.", der sich seitdem für den Erhalt und die Nutzung der Kirche einsetzt. Neben dem sonntäglichen Gottesdienst und Trauungen finden Konzerte und Ausstellungen statt. Eine feste Größe ist inzwischen das Waldcafe, dass immer am ersten Sonntag des Monats von April bis Oktober geöffnet hat.

Ansicht 2005

Beschreibung

Oberhalb der Wuppersperre steht in einer Lichtung am Waldrand, umgeben von einer Wiese, der eingeschossige, mehr­teilige Kirchenbau mit einem Bruchsteinsockel in grober Struktur. das Gebäude ist ein ver­putzter Ziegel- bzw. Hohlblocksteinbau, mit einem geneigten, mit dunklen Hohlziegeln ge­deckten Holzdachstuhl. Der Geländeneigung folgend ist der Bau teilweise unterkellert. Der Zugang erfolgt über einen gestuften, von niedrigen Bruchsteinmauern gefassten Vor­bereich.

Der Kernbau, ein schlichter rechteckiger Gottesdienstraum mit rechteckiger Altarapsis im Norden, liegt auf dem kleinen Wiesenplateau längs gerichtet, parallel zu den Höhenlinien sowie mit zur Talseite abgeschlepptem Satteldach.

Seine äußere Gestaltung beschränkt sich auf eine variierende Ausbildung der Öffnungen und auf einen Dachreiter über der südlichen Giebelspitze. Die Öffnungen gliedern die Fassaden. An der Ostseite, der Eingangsfront, ist der Zugang mit dreigeteilter Holztür nach links gerückt, hervorgehoben durch eine stichbogenförmige Natursteinrahmung mit Schlussstein. Rechts sitzen drei kleine rechteckige, in Rautenmuster vergitterte Fenster.

Ansicht 2005

An der Süd- und der Westseite reihen sich schlichte, schmale Rundbogenöffnungen mit Metallfensterkonstruktionen mit Quersprossen. Die Apsis in der Nordseite öffnet sich mit einem breiten Rundbogenfenster.

Der Dachreiter ist verputzt, in der Giebelwand über drei flachen Konsolen leicht vorgezogen und mit einem kleinen Satteldach gedeckt und durch ein einfaches Metallkreuz bekrönt. Er verleiht durch seine Gestaltung als aufgesetztes Glockenhäuschen mit rundbogiger Schallöffnung an der Stirnseite und zwei gegenüber­liegenden Kreuzblumenöffnungen an den Längsseiten dem Kirchenbaukörper architek­tonisch einen Akzent.

Ansicht Wohntrakt 2005

An der Ostseite des Kirchenbaus schließt am nördlichen Ende, den Vorplatz im rechten Winkel einfassend, ein nach Norden noch einmal abgewinkelter Wohnhaustrakt mit Walmdach und doppelflügeligen quer geteilten Holzfenstern mit Schlagläden an. In dem  gleichen Materialien ist der Anbau in der Höhe leicht tiefer gesetzt und sowohl in der Baukörperausbildung als auch in der inneren Organisation dem Gottesdienstraum nach­geordnet.

Altar 2012

Der Gottesdienstraum wirkt im Inneren durch die schlichte, wandfeste und bewegliche Ausstattung in sich geschlossen und einheitlich. Hierzu tragen bei: der graue Basaltfuß­bodenbelag, die Konstruktion der Holzbalkendecke sowie der Lichteinfall durch die zart ge­tönten Scheiben der kleinteiligen Bleiverglasung und des breiten Rundbogenfensters hinter dem Altar mit farbiger Darstellung in christlicher Symbolik (Fisch, Weinrebe, Brot­korb in abstrahierten Motiven mit Bezug zum Abendmahl).

 

Die Waldkirche "Am Wallenberg 1" wurde am 16.06.2005 in die Denkmalliste der Stadt Remscheid eingetragen.

 

Kontakt

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