Denkmal des Monats Mai 2013

Richard-Koenigs-Straße 1- Freiwillige Feuerwehr Lüttringhausen

Geschichte

Zwar gab es in der Rheinprovinz auch schon vor den 1860er Jahren Organisationen zur Brandbekämpfung, in denen die Freiwilligkeit eine gewisse Rolle spielte, der Begriff der "Freiwilligen Feuerwehr" taucht im Rheinland aber erst zu Beginn der 1860er Jahren auf. Die Erscheinung, dass sich innerhalb relativ kurzer Zeit in einer größeren Zahl von Orten Bürger freiwillig zusammenfanden, um gemeinsam die Brandbekämpfung zu organisieren, findet sich in Deutschland zuerst in Süddeutschland und breitete sich von dort auch ins Rheinland aus.

In Lüttringhausen wurde im Dezember 1884 nach Beratungen mit dem Bürgermeister Martin Trommershausen und den männlichen Bürgern beschlossen, dass eine Freiwillige Feuerwehr gegründet werden soll. Diese schloss sich bereits 1885 dem Rheinisch-Westfälischen Feuerwehrverband an und wechselte auf Grund besserer Versorgungsleistungen 1892 zum Rheinischen Feuerwehrverband.

Bis zum Bau des ersten Steigerhauses mit Unterstellraum am Schützenplatz  im Jahr 1895 hingen die damaligen Löschgeräte, Ledereimer und Leitern an der Nordwand der Evangelischen Stadtkirche Lüttringhausen.

Ansicht 1929
Festakt 1929

1928/29 wurde ein neues Gebäude für die Freiwillige Feuerwehr gebaut. Der Neubau bestand aus dem Gerätehaus, zwei Fahrzeughallen, einem Steigerturm (heute als Schlauchturm bezeichnet) und  vier Wohnungen für aktive Feuerwehrleute. Die neue Feuerwache wurde 1929, nach der Eingemeindung Lüttringhausens nach Remscheid, vom Oberbürgermeister Walther Hartmann bei einem Festakt übergeben.

Beschreibung

Bei dem Gebäude handelt es sich um einen zweigeschossigen Baukörper mit ausgebautem  Mansarddach. Die Erdgeschosszone ist wie das an der Straßenseite liegende Treppenhaus und der auf der Rückseite liegende Schlauchturm verputzt, das 1. Obergeschoss sowie das Mansarddach sind verschiefert.

Straßenansicht 2013

In der Ansicht zur Richard-Koenigs-Straße befindet sich über den vier Toren, hinter denen sich die Fahrzeughallen befinden, auf Geschosshöhe der aufgeputzte Schriftzug "Feuerwache Löschzüge I-III". Das Treppenhaus sowie der Schlauchturm sind als Mittelrisalite über beide Geschosse gezogen und ragen bis in das Mansarddach.

rückwärtige Fassade 2013

Die Fenster im Ober- und Dachgeschoss sind zweiflügelige Sprossenfenster, die auf der Rückseite zur Straße "Am Schützenplatz" durch dreibahnige Fenster in quadratischer Form ergänzt werden. Das Treppenhaus sowie der Schlauchturm sind mit aufgeputzten expressionistischen Elementen verziert. Die Tore der Fahrzeughallen wurden in den 1980er Jahren durch neuzeitliche  Rolltore ersetzt.

Die innere Struktur und das äußere Erscheinungsbild sind nahezu unverändert. Vom Eingangsflur gelangt man über einen Vorraum links und rechts in die Wagenhallen. Eine hölzerne Treppe führt zu den Wohnungen in den Obergeschossen. Eine Wohnung im Mansardgeschoss wird von der Freiwilligen Feuerwehr als Schulungs- und Aufenthaltsraum genutzt, die anderen Wohnungen sind bewohnt.

Innenansicht Schlauchturm 2013

Ende der 1980er Jahren wurden die ursprünglichen steinernen Schlauchwannen an der Rückseite der linken Fahrzeughalle entfernt. Hier wurden seinerzeit die Schläuche nach einem Einsatz per Hand  gereinigt, bevor sie im Schlauchturm zum Trocknen aufgehangen wurden. 

Fahrzeughalle 2013

Heute sieht sich das historische Gebäude neuen Herausforderungen gegenüber. Auf Grund der gestiegenen Anforderungen an die Feuerwehr in den Bereichen Ausrüstung und Einsatzumfang ist zu prüfen, wie das Gebäude dem aktuellen und vor allem dem zukünftigen Bedarf angepasst werden kann.

 

Das Gebäude "Richard-Koenigs-Straße 1" wurde am 07.11.1990 in die Denkmalliste der Stadt Remscheid eingetragen.

 

Kontakt

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