Anpassung an den Klimawandel

Die Experten sind sich einig: Der durch menschliches Handeln verursachte Klimawandel ist Realität, seine Auswirkungen sind bereits spürbar: In NRW stieg die Temperatur in den letzten 100 Jahren um etwa 1°C an, ein weiterer Anstieg um mindestens 2 - 4°C ist wahrscheinlich. Auch die Zunahme von Wetterextremen wie Starkregen und Stürme wird vorausgesagt.

Die Erderwärmung wird überwiegend durch die Nutzung fossiler Brennstoffe (Erdöl, Kohle, Gas) verursacht. Aber auch die Landwirtschaft durch den Einsatz von Kunstdüngern, die Fleischproduktion und die Brandrodung von Urwäldern sowie die Industrie spielen eine Rolle. Bei diesen Prozessen werden Treibhausgase wie CO2, Methan, Lachgas, FCKW und FKW u. a. freigesetzt, die den natürlichen Treibhauseffekt verstärken und zu einer globalen Erwärmung führen.

"BESTKLIMA" - Klimaanpassung im Bergischen Städtedreieck

Seit 1. Oktober 2014 arbeiten die Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal erneut mit dem Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr der RWTH Aachen zusammen und führen die 2013 erarbeitete Klimaanpassungsstrategie fort. Es geht in dem dreijährigen Projekt nun um die konkrete Umsetzung von Maßnahmen mit lokalen und regionalen Akteuren.
Ziel des Vorhabens ist es auch über das Bergische Städtedreieck hinaus übertragbare Lösungsansätze zu entwickeln und zu erproben sowie Impulse in Richtung der Stadt- und Regionalplanung zu setzen. Die Städte und die Region werden Netzwerke auf- oder ausbauen, die sich nach Abschluss des Vorhabens in Fragen der Klimaanpassung selber tragen können. Zentraler Bestandteil des Klimaschutzteilkonzepts ist eine Zusammenstellung von 36 Maßnahmen. Zielgruppen der Maßnahmen sind in erster Linie die Stadtverwaltungen selbst, aber auch Träger von Fachaufgaben, Bürger, Vereine, Verbände, Wirtschaftsakteure, Gremien, etc. Durch die Bildung von Kompetenzteams aus den Stadtverwaltungen wird der Ausbau und die Nutzung fachlicher, institutionenübergreifender Netzwerke, die Bewusstseinsbildung, Beteiligung, Vernetzung und Kooperation von regionalen und kommunalen Akteuren angestrebt. Für die Stadtverwaltungen wird das Wissen verständlich aufbereitet und es werden Hilfestellungen erarbeitet, um Klimaanpassung im alltäglichen Verwaltungshandeln zu verankern. Weiterhin wird ein Qualitätsmanagementsystem bzw. Monitoring für den städtischen bzw. regionalen Anpassungsfortschritt entwickelt mit standardisiertem Berichtswesen und Evaluationen.
Am 3. März 2015 fand die Auftaktveranstaltung "BESTKLIMA" statt und richtete sich an Mitarbeiter der Stadtverwaltungen sowie Vertreter aus der Bevölkerung, der Wirtschaft und Politik. Die Ziele und Vorgehensweise des Projekts wurden durch verschiedene Vorträge erläutert (diese sind in der rechten Spalte zu finden). Mit rund 40 Teilnehmern wurde anschließend konstruktiv über die Themen der Klimaanpassung, der Regionalentwicklung und die Rolle von Leuchtturmprojekten diskutiert.
Über den Fortgang des Projektes wird hier regelmäßig berichtet. In der rechten Spalte gibt es auch einen Link zur Website des Projektes "BESTKLIMA" bei der RWTH Aachen.
Das Projekt "BESTKLIMA" wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit finanziell gefördert. Fördernehmer ist das Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr der RWTH Aachen.

Klimaschutzteilkonzept "Anpassung an den Klimawandel für die Städte Solingen und Remscheid"

Die Städte Solingen und Remscheid haben von Dezember 2011 bis März 2013 mit der Erstellung des Konzeptes einen Prozess angestoßen, in dem sie sich mit den Folgen des Klimawandels auseinander setzen. Die Anpassungsstrategie benennt hierzu wesentliche Rahmenbedingungen und Einflussfaktoren, identifiziert aktuelle und künftige Herausforderungen für die Städte und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf.
Das Vorhaben wurde in mehreren Arbeitsschritten durchgeführt, die sich auch in der Struktur der Anpassungsstrategie widerspiegeln: Zunächst wurde im Rahmen einer Bestandsaufnahme das in den Städten vorhandene Wissen zu Handlungsfeldern und Problemstellungen rund um das Thema Klimaanpassung zusammengetragen. Wichtigstes Mittel hierzu waren vier themenbezogene Werkstattgespräche, in denen mit relevanten Akteuren aus dem Bergischen Städtedreieck die Themenfelder "Hitzewellen", "Starkregen und Hochwasser", "Anfälligkeit von Gewerbe und Infrastruktur" sowie "Schleichende Klimaänderungen" diskutiert wurden.
In der Betroffenheitsanalyse wurden die Themenfelder auf der Grundlage einer Fülle von Daten und Informationen genauer untersucht. Die Ergebnisse liegen u.a. in Form von thematischen Karten vor. Diese bilden ab, in welchen Stadtbereichen Klimawirkungen auftreten können und wo sich empfindliche Nutzungen befinden, die von diesen Klimawirkungen betroffen sein können. Die Erkenntnisse münden in einem Katalog von Maßnahmenempfehlungen, die, als Steckbriefe aufbereitet, den unterschiedlichen Akteuren Hinweise für die Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen geben. Angesprochen sind dabei einerseits die Stadtverwaltungen mit ihren verschiedenen Fachdiensten, Eigenbetrieben und Tochterunternehmen. Diese sind aufgefordert, in ihren verschiedenen Rollen als Motivator, "Konsument" und Plangeber im Sinne einer "Stadt als Vorbild" bei der Klimaanpassung voranzuschreiten. Aber auch die weiteren gesellschaftlichen Akteure, also Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Verbände und Organisationen sind angesprochen, sich für eine lebenswerte, klimaangepasste Stadt einzusetzen.
Die vorliegende Anpassungsstrategie an den Klimawandel ist ein erster Schritt auf dem Weg zur klimaangepassten Stadt. Sie ist wie eine Straßenkarte zu verstehen, in der eine Übersicht über wesentliche Wegmarken gegeben wird, ohne sich in zu vielen Details zu verlieren. Sie kann den Nutzern Orientierung geben und an Wegkreuzungen Richtungsentscheidungen erleichtern. Klimaangepasst sind die Städte Solingen und Remscheid damit aber noch nicht. Vielmehr gilt es nun, die Strategie Schritt für Schritt umzusetzen.
Das vollständige Konzept sowie eine kurze Zusammenfassung finden Sie in der rechten Spalte.

Der Klimawandel hinterlässt Spuren - auch in NRW

Jahres- und Vegetationszeiten verschieben sich, heimische Tier- und Pflanzenarten werden verdrängt, orkanartige Stürme gefährden den Baumbestand vieler Wälder. In den Städten kommt es häufiger zu Starkniederschlägen, vermehrte Hitzewellen beeinträchtigen Gesundheit und Lebensqualität der Menschen. Die Auswirkungen des globalen Klimawandels sind in NRW längst spürbar.
Die Broschüre "Klimawandel in Nordrhein-Westfalen" zeigt die Veränderungen des Klimas in NRW auf. Die Broschüre kann in der rechten Spalte eingesehen werden.
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes NRW (LANUV) hat die Auswirkungen durch eine Auswertung der vorliegenden meteorologischen Messdaten sichtbar gemacht. Der Bericht "Klima und Klimawandel in Nordrhein-Westfalen" ist in der rechten Spalte einzusehen.

NRW-Klimaatlas mit 220 Klimakarten online abrufbar

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz bietet einen digitalen Klimaatlas Nordrhein- Westfalens. Es liegen für alle meteorologischen Größen Karten für den Zeitraum 1981 - 2010 vor. Darüber hinaus wurden weitere Karten zum Beispiel zur Länge der Vegetationszeit oder Planungshinweiskarten erarbeitet. Insgesamt stellt das LANUV damit in mehr als 220 Karten und einem umfangreichen Textteil Informationen über das Klima und seine Entwicklung in NRW zur Verfügung. Die Grundlage dafür liefern Messdaten des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die Nutzung der Anwendung ist für die Öffentlichkeit frei zugänglich und kostenfrei.

Webportal zu Themen des Klimawandels

Die Fakten müssen stimmen. Klimaveränderungen und Klimaschutz stellen unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Und vor schwierige Entscheidungen. Doch um eine Debatte über die besten Wege zum Klimaschutz konstruktiv führen zu können, müssen zunächst einmal die grundlegenden Fakten stimmen. Das Webportal Fakten.de bietet pointiertes, gut und unterhaltsam aufbereitetes Basiswissen zum Klimawandel. Die Texte werden über einen Wissenschaftlichen Beirat (renommierte Wissenschaftler führender Klimaforschungseinrichtungen aus Deutschland und der Schweiz) auf Aktualität und Korrektheit überprüft.

Praktische Ratschläge

Der KlimaScout für Bürger und Bürgerinnen bietet praktische Ratschläge zum Schutz vor den Auswirkungen des Klimawandels. Leicht umsetzbare Tipps für den Alltag sollen helfen, sich an den Klimawandel anzupassen. Es werden insbesondere Extremwetterereignisse wie Unwetter, Hochwasser und Hitze berücksichtigt.
Das Umweltbundesamt hat die Broschüre "Klimawandel und Gesundheit" herausgegeben. Darin sind Informationen zu gesundheitlichen Auswirkungen sommerlicher Hitze und Hitzewellen sowie Tipps zum vorbeugenden Gesundheitsschutz enthalten.

Weltklimabericht in Kurzfassung

Die beiden Berichte "Klimawandel - was er für Städte bedeutet" und "Klimawandel - was er für das Bauen bedeutet" geben die Ergebnisse des sogenannten IPCC-Sachstandsberichts ("Weltklimabericht") aus dem Jahr 2014 wieder und fassen dazu den aktuellen wissenschaftlichen Sachstand zur Klimaforschung zusammen. Der komplette Weltklimabericht ist sehr umfangreich! Es wurde das wichtigste Grundlagenwissen herausgefiltert und u.a. in diesen beiden Zusammenfassungen konzentriert.
Die beiden Berichte sind vom Wissenschaftsportal klimafakten.de in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und dem Städtenetzwerk ICLEI-Local Governments für Sustainability veröffentlicht.