Innovative Heizungstechniken

Die Heizung ist der wichtigste Bestandteil der haustechnischen Anlagen. Die Frage nach dem Heizsystem für das eigene Gebäude ist bei der Vielzahl der zur Verfügung stehenden Heizsysteme nicht so einfach zu beantworten. Neben der Energieeffizienz einer Heizungsanlage ist auch das Abschätzen der Kosten für die Beschaffung des Brennstoffs von Bedeutung. Die Anschaffung einer Heizungsanlage wird schließlich für 15 Jahre oder länger getätigt.

Info und Beratung "Wie kann ich effizient und komfortabel heizen?" am 8.11.2016

Heizkörperthermostate: unscheinbar und klein, aber oft unterschätzte Energiesparhelfer. Erfahren Sie, welches Thermostat für Sie das richtige ist und wie der Wechsel funktioniert. Für die richtige Temperatur ist in den meisten deutschen Wohnräumen ein Thermostat zuständig. Dieser unscheinbare, kleine Knauf ist ein oft unterschätzter Energiesparhelfer. Das Thermostatventil lässt nämlich nur so viel heißes Wasser in den Heizkörper fließen, wie für die gewählte Wunschtemperatur auch tatsächlich benötigt wird. Das ist angenehm und schont Geldbeutel sowie Klima. Nur etwa jede zehnte Heizungsanlage in Deutschland ist auf einem technisch aktuellen Stand. Demnach lohnt es sich bei sehr vielen Anlagen, die Schwachstellen zu identifizieren und gezielt unnötige Energieverluste abzustellen. Schwachstellen können die falsch eingestellte Vorlauftemperatur sein oder die Heizungspumpe ist ungeregelt und verbraucht ständig Strom. Wenn die Heizung "gluckert" oder andere Geräusche macht, ist ein hydraulischer Abgleich notwendig. Kompetente Informationen zum Thermostat-Check und zur Heizungsoptimierung bekommen Sie beim Aktionsstand von Verbraucherzentrale NRW und Stadt Remscheid am Dienstag, 8. November 2016 in der Zeit von 10.00 - 15.00 Uhr im städtischen Dienstleistungszentrum, 1. Etage im Wartebereich des Bürgerbüros, Elberfelder Str. 36.

Broschüre zur Heizungsoptimierung

Um kalte Wintertage zu überstehen, laufen Heizungen in Wohnungen und Häusern auf Hochtouren. Solange sie diesen Dienst erfüllen, schenken wir ihnen in der Regel keine weitere Beachtung. Das ändert sich zu dem Zeitpunkt, wenn die vier Wände kalt bleiben, bei lautem Gluckern und anderen Strömungsgeräuschen, oder - einmal im Jahr - wenn die Heizkostenabrechnung ins Haus flattert.
Was viele nicht wissen: Heizungsanlagen und Warmwasser sind für rund 85 Prozent des Energieverbrauchs und den damit verbundenen Kosten verantwortlich. Erschwerend kommt hinzu, dass etwa drei Viertel aller Heizanlagen in Deutschland nicht effizient arbeiten. Es schlummern beachtliche Einsparpotenziale im "System Heizung", die sich schon mit geringem Aufwand ausschöpfen lassen. Eine Energieberatung ist der erste Schritt für einen energieeffizienten Umgang mit der Heizungstechnik. In der Broschüre "Heizungsoptimierung" gibt es Tipps und Hinweise, wie Heizungen energieeffizient, kostengünstig und komfortabel sein können.

Auswahl des Brennstoffs

Die komplette Erneuerung der Heizungsanlage erfolgt am besten im Zusammenhang mit einer umfassenden Modernisierung des Gebäudes. Denn in einem gedämmten Gebäude mit geringem Energiebedarf kann der Heizkessel kleiner ausfallen und optimal an den reduzierten Bedarf angepasst werden.
Auch wenn nur die Heizungsanlage erneuert werden soll, so stehen Hausbesitzer vor der Frage: Macht es Sinn, weiter auf die herkömmliche Technik zu setzen oder lohnt sich ein teilweiser oder völliger Umstieg auf erneuerbare Energien? Es empfiehlt sich auf jeden Fall, ein Beratungsgespräch mit einem kompetenten Energieberater zu führen.
Mit der Installation einer neuen Heizung bietet sich die Chance, die Öl- oder Gasheizung mit einer thermischen Solaranlage oder einer Wärmepumpe zur Warmwasserbereitung auszustatten. Es kann auch komplett auf den Energieträger Holz als Brennstoff gewechselt werden.
Eine thermische Solaranlage zur Erzeugung des Warmwassers, auch für die Heizungsanlage, kann eine Heizung nicht ersetzen, aber optimal ergänzen.

Erdgas

In technischer Hinsicht ist die Erdgas-Brennwertheizung eine optimale Ergänzung einer Solarwärmeanlage. Auch sie nutzt einen Energieträger mit einem besonders hohen Wirkungsgrad. Der Brennwert-Heizkessel arbeitet in einem niedrigen Temperaturbereich und nutzt zusätzlich die im Abgas enthaltene Wärme. Dabei kommt die eingesetzte Energie fast vollständig dem Heizsystem zugute. Die Kombination aus Solarwärme und Erdgas-Brennwerttechnik ist besonders gut als Dachheizzentrale geeignet. Das bietet den Vorteil von kurzen Leitungswegen und es ist kein aufwändiger Schornstein sondern nur ein Abgasrohr notwendig.

Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe kann ebenfalls Raumwärme und Warmwasser erzeugen. Sie bezieht Wärme aus der Umgebung - zum Beispiel dem Erdreich, dem Grundwasser oder der Außenluft. Diese "Wärmelieferanten" müssen dabei keine besonders hohen Temperaturen aufweisen. Das Funktionsprinzip ähnelt dem des Kühlschranks, der über einen elektrischen Motor Wärme aus dem Innenraum abzieht und nach außen abgibt. Am häufigsten werden in Deutschland Erdwärmepumpen eingesetzt, bei denen Erdkollektoren oder Sonden im Erdreich verlegt sind. Diese nutzen die Umgebungswärme aus dem Boden und transportieren sie ins Haus. Wärmepumpen werden am besten mit einer Fußboden- oder Flächenheizung kombiniert. Der Betrieb einer Wärmepumpe benötigt Strom. Besonders wichtig ist daher ein sehr effizientes Gerät, eine abgestimmte Konzeption und eine sorgfältige technische Einstellung der Anlage.

Brennstoff Holz

Eine ebenfalls geeignete Variante ist die Beheizung mit Holz. Holzpelletheizungen dienen zur Beheizung des kompletten Gebäudes und sie funktionieren im Grundsatz nicht anders als Erdgas- oder Ölheizungen. Holz ist ein natürlicher, nachwachsender und CO2-neutraler Brennstoff. Die Holzpellets sind naturbelassenes, zerkleinertes und zu einheitlicher Größe gepresstes Material. Ein Pelletvorrat wird - ähnlich wie bei Heizöltanks - an einer geeigneten Stelle gelagert. Eine Förderschnecke transportiert die Pellets vollautomatisch in den Brennerraum. Sie werden wie Heizöl mit Tanklastfahrzeugen angeliefert. Da bei der Verbrennung von Holz nicht mehr Kohlendioxid freigesetzt wird, als der Baum aus der Umwelt aufgenommen hat, arbeiten diese Anlagen CO2-neutral. Eine thermische Solaranlage reduziert zusätzlich den Bedarf an Holzpellets und erlaubt ebenfalls die Abschaltung der Anlage im Sommer.

Preisentwicklung

Bei der Entscheidung für ein neues Heizsystem sollten auch die Kosten für die Beschaffung des Brennstoffs nicht außer Acht gelassen werden. Die Ölpreise hängen vornehmlich von der weltwirtschaftlichen Konjunkturentwicklung ab. So schwankte der Erdölpreis in den letzten drei Jahren zwischen 6 und 9 Cent pro Kilowattstunde, Erdgas zwischen 6 und 7 Cent. Im Vergleich dazu war der Preis für eine Kilowattstunde Wärme aus Holzpellets mit 4,5 bis 5,5 Cent recht stabil. Nicht vergessen werden sollte die Solaranlage: Einmal installiert liefert sie warmes Wasser praktisch kostenlos.
Aktuelle Preisübersichten zu Holzpellets, Heizöl und Erdgas finden Interessierte bei C.A.R.M.E.N. e.V. (Centrales Agrar-, Rohstoff-, Marketing- und Energie-Netzwerk). Den Internetlink gibt es in der rechten Spalte.

Gesamtkosten betrachten

Heizkessel werden in der Regel für 15 Jahre oder länger genutzt. Allein die Anschaffungskosten zu betrachten, ist daher völlig unzureichend. Die Betriebskosten (im Wesentlichen die Kosten für den Brennstoff) übersteigen die Anschaffungskosten um ein Vielfaches. Betrachtet man den Preisanstieg bei fossilen Energieträgern über den Zeitraum von 15 bis 20 Jahren und rechnet diesen weiter auf die nächsten 15 bis 20 Jahre hoch, dann wird klar, dass die fossilen Brennstoffe für Heizzwecke kaum mehr zu bezahlen sein werden.

Kraft-Wärme-Kopplung

Blockheizkraftwerke (BHKW) erzeugen nicht nur Wärme für Heizung und Warmwasser, sondern decken auch den Strombedarf für das Gebäude. Sie stellen durch die gekoppelte Erzeugung von Strom und Wärme (Kraft-Wärme-Kopplung, KWK) eine effiziente Form der Energieumwandlung dar und eignen sich besonders für dezentrale Standorte.
Im Vergleich zu Öl- oder Erdgasheizungen sind Blockheizkraftwerke teuer in der Anschaffung und erfordern einen wesentlich höheren Wartungsaufwand. Die Installation von solchen Anlagen muss gut bedacht und geplant sein. Es empfiehlt sich, einen kompetenten Energieberater oder Installateur einzubeziehen.

Wettbewerb "KWK-Modellkommune des Landes NRW"

Die drei Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal haben sich mit dem Konzept "KWK hoch3 - Integrierter Ansatz zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung im Bergischen Städtedreieck" beim Landeswettbewerb "KWK Modellkommune 2012-2017" durchgesetzt und gehören nach der Entscheidung einer Fachjury zu den insgesamt sechs Modellkommunen in Nordrhein-Westfalen.
Verleihung der KWK-Urkunde am 25.09.2014
Am 25.09.2014 überreichte Klimaschutzminister Johannes Remmel die Urkunden. Auf dem Foto sind zu sehen (von links nach rechts): Dr. Frank-Michael Baumann (EnergieAgentur NRW), Stadtdirektor Dr. Christian Henkelmann, Bürgermeisterin Maria Schürmann (Wuppertal), Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (Solingen) und Minister Remmel.
Die Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal erhalten jetzt in der dritten Phase des KWK-Wettbewerbs Fördermittel für die operative Umsetzung des Konzeptes.
Durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Nutzwärme in einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage kann der eingesetzte Brennstoff weitaus effizienter genutzt werden als bei der herkömmlichen Erzeugung in getrennten Anlagen. Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist somit eine zukunftsorientierte Form der Energieumwandlung, die als eine wichtige Brücke in das Zeitalter der erneuerbaren Energien fungieren kann. Die nordrhein-westfälische Landesregierung möchte mit dem Ausbau der KWK die beschleunigte Energiewende in Nordrhein-Westfalen vorantreiben. Dazu hat Umweltminister Johannes Remmel den Wettbewerb "KWK-Modellkommune 2012-2017" ausgerufen, über den kommunale KWK-Projekte mit insgesamt 25 Millionen Euro gefördert werden sollen.
Remscheid, Solingen und Wuppertal haben als Region an diesem dreistufigen Wettbewerb teilgenommen. Nur 21 der insgesamt 48 Bewerbungen hatten sich Ende 2013 für die zweite Phase des Wettbewerbs qualifiziert - darunter auch die Bergischen Großstädte. Der Erfolg dieser schon lange bestehenden regionalen Zusammenarbeit konnte somit im Themenfeld der Energieeffizienz weiter gestärkt und ausgebaut werden.
Mit den im Konzept enthaltenen Maßnahmenvorschlägen ist ein signifikanter Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung im Bergischen Städtedreieck möglich. Das jetzt ausgezeichnete Konzept umfasst insgesamt 14 Maßnahmenvorschläge, die von detaillierten technischen Ausbauplanungen in einzelnen Stadtquartieren bis hin zu übergreifend angelegten Beratungsangeboten, z. B. für Unternehmen, reichen.
In die Konzepterarbeitung waren zahlreiche Institutionen und Akteure wie z. B. die Wohnungsbaugesellschaften, Stadtwerke, die Bergische Entwicklungsagentur oder die Wirtschaftsförderungen eingebunden.
Fördergeber: Die Erstellung des Feinkonzeptes inklusive Anlagenband erfolgte im Rahmen des aus dem EFRE kofinanzierten Operationellen Programms für NRW im Ziel "Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung" 2007-2013. Die Förderung erfolgte kofinanziert im Rahmen des Programms "Rationale Energieverwendung, regenerative Energien und Energiesparen; progres.nrw, Programmbereich Innovation" und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), Ziel 2 Programm 2007-2013, Phase VI KWK Modellkommune, Phase 2 Feinkonzepterstellung (Aktenzeichen: 64.65.69-KWK-1031, Zuwendungsbescheid an die Stadt Solingen vom 31.7.2013).

Ein Mikro-BHKW für einen Remscheider Gebäudebesitzer

Zusammen mit Vaillant Deutschland hat die Stadt Remscheid 2014 eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage zu einem Sonderpreis ausgelobt. Remscheider Gebäudebesitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern konnten sich an dem Wettbewerb beteiligen und einen Fragebogen ausfüllen. Inzwischen wurde der Gewinner ermittelt. Dessen Gebäude bzw. die Strom- und Wärmeverbräuche waren von den Einsendungen am besten für eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage geeignet. Weitere Informationen folgen in den nächsten Wochen.