Lebenslauf

Rede anlässlich des Festaktes zum 200jährigen Bestehen der Stadt Remscheid

Zur Person

Beate Wilding, geb. Buchholz, wurde am 16. August 1956 in Remscheid geboren. Am 10. Oktober 2004 wurde sie in der Stichwahl zur ersten Oberbürgermeisterin in der Stadtgeschichte gewählt. Bei der Kommunalwahl am 30. August 2009 wurde sie für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt.
Einschulungstag

Kindheit, Schulbesuch und Ausbildung

Die ersten Lebensjahre verbrachte sie im Stadtteil Honsberg, hier wurde sie auch in die Volksschule eingeschult. Die Familie zog wenig später in den neu entstandenen Stadtteil Klausen in Lüttringhausen. Der weitere Lebensweg führte sie vom Hasenberg, über den Remscheider Süden und den Kremenholl in die Innenstadt. Nach dem Besuch der Volksschule, die 1968 in Grund- und Hauptschule getrennt wurde, begann sie 1972 eine Lehre als Einzelhandelskauffrau.
Gewerkschaftskongress der hbv

Beruf und Gewerkschaft

Bereits zu Beginn ihrer Lehre trat sie der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (hbv) bei und wird im zweiten Lehrjahr zur Jugendvertreterin gewählt. In dieser Funktion vertrat sie mit 17 Jahren 120 Jugendliche gegenüber Personalchef und Geschäftsführung. Eine der ersten Auseinandersetzungen richtete sich gegen die Heranziehung junger Auszubildender zu ausbildungsfremder Arbeit und für die Durchsetzung des Ausbildungsrahmenplans - beides zählt zu den ersten Erfolgen ihrer gewerkschaftlichen Arbeit. 1974 übernahm sie den Jugendvorsitz der hbv und wurde später Frauenvorsitzende, begleitet wurde das gewerkschaftliche Engagement durch Schulungen im Rahmen des Bildungsprogramms der hbv und des DGB - erst als Teilnehmerin, später als Dozentin mit eigenem Lehrauftrag. Parallel dazu folgten berufliche Fort- und Weiterbildungen in den Bereichen Kreditwesen, Buchführung, Personalwesen und -führung. Die Industrie- und Handelskammer Remscheid, Solingen und Wuppertal berief sie zur ehrenamtlichen Prüferin für Lehrabschlussprüfungen, eine Funktion, die sie bis zu ihrem Amtsantritt ausübte. Den Wiedereinstieg in das Berufsleben bewerkstelligte die Mutter einer Tochter durch die Wahrnehmung von Angeboten zur Teilzeitarbeit, vor ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin der Stadt Remscheid war sie im Remscheider Einzelhandel als kaufmännische Angestellte tätig. Ihr gewerkschaftliches Engagement führte sie schließlich an die Spitze der hbv in Remscheid. In den Städten Remscheid, Solingen, Leverkusen und das Umland vertrat sie als stellvertretende Bezirksvorsitzende 5.000 Gewerkschaftsmitglieder. Nach der Fusion der hbv mit anderen Gewerkschaften zur Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di gehörte sie dem Bezirksvorstand der größten Einzelgewerkschaft Deutschlands für den Bezirk Rhein-Wupper an. Die gewerkschaftliche Tätigkeit umfasste neben der Mitgliedschaft in mehreren Tarifkommissionen der hbv auch die langjährige Zugehörigkeit und Mitarbeit im Kreisvorstand des DGB Remscheid. Als erste Frauenvorsitzende des DGB Remscheid stritt sie für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die finanzielle Gleichstellung von Frauen in der Entlohnung und das Recht auf Teilzeitarbeit.
Im Gespräch mit dem Sozialpolitiker und späteren Botschafters der Bundesrepublik in Israel Rudolf Dressler

Politik und Mandat

Seit 1986 ist sie Mitglied der SPD, deren stellvertretende Vorsitzende sie von 1998 bis 2010 war. 1994 wurde sie in den Rat der Stadt Remscheid gewählt, ihre ersten kommunalpolitischen Tätigkeitsschwerpunkte waren das Sozialwesen und die Alten- und Pflegeheime Remscheids. Diese Bereiche führte sie rasch nicht nur in engen Kontakt zu Sozialverbänden und freien Trägern von Sozialeinrichtungen sondern auch zu den und Bedürfnissen Betroffener. Am 1. Oktober 1999 wurde sie vom Rat der Stadt Remscheid einstimmig zur zweiten Stellvertreterin des Oberbürgermeisters gewählt. Ihre politischen Handlungsschwerpunkte lagen im Hauptausschuss, im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Wohnen und im Beschwerdeausschuss, letzteren leitete sie als Ausschussvorsitzende. Die Stadt Remscheid vertrat sie auch im Polizeibeirat bei der Kreispolizeibehörde Wuppertal.

Ehrenamt ist Ehrensache

Das ehrenamtliche Engagement geht über den Bereich von Gewerkschaft und Politik hinaus, so gehört sie dem Verein "Remscheider Tafel e.V als stellvertretende Vorsitzende an, der hilfsbedürftigen Menschen Lebensmittel und Mahlzeiten kostenfrei zur Verfügung stellt. Im Jahre 2006 gründete sie gemeinsam mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Remscheid und Unterstützung aus der Bürgerschaft Remscheids den Förderverein Möhrchen, der Kindern in Angeboten der Offenen Ganztagsgrundschule die Teilnahme am gemeinsamen Mittagessen ermöglicht. Der Verein nimmt damit eine Vorreiterrolle in Nordrhein-Westfalen ein und ist zum Vorbild für Vereinsgründungen geworden. Darüber hinaus gehört sie der Arbeiterwohlfahrt, dem Initiativkreis Kremenholl e.V., dem Stadtteil e.V. und dem Partnerschaftsverein Remscheid-Prešov e.V. an, bei beiden letztgenannten Vereinen gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern. 1997 rief sie die Remscheider Initiative "Jugend in Ausbildung" ins Leben, die unter Beteiligung der IHK, der Kreishandwerkerschaft, der Arbeitgeberverbände an drei Tagen im Allee-Center eine "Ausbildungsbörse" veranstaltete. Unter reger Anteilnahme der örtlichen Presse gelang es, das Lehrstellenangebot in Remscheid auszuweiten und mehr als 50 junge Menschen in Ausbildung zu bringen.