Erläuterung BodendenkmalSymbol für eine Dienstleistung

Kurzbeschreibung

Was ist ein Bodendenkmal ?

Die Definition für den Begriff „Bodendenkmal“ ergibt sich aus § 2 Abs. 5 Denkmalschutzgesetz NRW:

„Bodendenkmäler sind bewegliche oder unbewegliche Denkmäler, die sich im Boden befinden oder befanden. Als Bodendenkmäler gelten auch Zeugnisse tierischen und pflanzlichen Lebens aus erdgeschichtlicher Zeit, ferner Veränderungen und Verfärbungen in der natürlichen Bodenbeschaffenheit, die durch nicht mehr selbständig erkennbare Bodendenkmäler hervorgerufen worden sind.“

Das Denkmalschutzgesetz NRW hat für den Bereich der Bodendenkmalpflege im wesentlichen die Bestimmungen des Preußischen Ausgrabungsgesetzes von 1914, das bis 1980 gültig war, übernommen und u. a. die Bergungs- bzw. Ausgrabungsrechte, die Anzeigepflicht bei Gelegenheitsfunden und die Ablieferung bedeutender Fundstücke regelte.

In der Regel sind die Bodendenkmäler - weil untertägig - nicht ohne weiteres zu erkennen. Bisweilen verrät hochgepflügtes Fundmaterial (z. B. Steine, Ziegelfragmente, Gefäßscherben) oberflächlich ihre Lage. Dies trifft vor allem für Siedlungsstellen zu, wie römische Lagerbereiche und Gutshöfe oder verlassene und untergegangene mittelalterliche Städte und Dörfer. Häufig zeigen sich Bodendenkmäler im Luftbild. Durch die unterschiedlichen Bewuchsmerkmale heben sich beispielsweise jungzeitliche Grabensysteme und Gebäudekomplexe oder historische Straßenführungen von ihrer Umgebung deutlich ab. Fast immer ist im Bereich von alten Burgen und Schlössern, Kirchen, Klöstern und Hofanlagen mit Vorgängerbauten, d. h. mit Bodendenkmälern zu rechnen. Stets liegen unter den heutigen Altstädten noch ältere Stadt- und Siedlungsstrukturen. Auch ihnen muss der gesetzliche Schutz und die Aufmerksamkeit der Bodendenkmalpflege gelten.

Mit Inkrafttreten des Denkmalschutzgesetzes NRW hat sich die Bodendenkmalpflege auch um die Zeugnisse tierischen und pflanzlichen Lebens aus erdgeschichtlicher Zeit zu kümmern. Für solche paläontologischen Bodendenkmäler mögen die fossilreichen Aufschlüsse wie in Billerbeck, Coesfeld und Nottuln beispielhaft stehen. Mit ihren versteinerten Ammoniten, Schwämmen und Seeigeln geben sie eindrucksvolle Hinweise auf die Tier- und Pflanzenwelt des Kreidemeeres vor mehr als 100 Mio. Jahren.

Beschreibung

Erfassung von Bodendenkmälern

Die Erfassung der obertägigen, dass heißt im Geländerelief erkennbaren und sichtbaren Bau- und Bo­dendenkmäler in Nordrhein-Westfalen ist inzwischen sehr weit fortgeschritten. Die Inventarisierung der untertägigen, das heißt im Ge­lände nicht oder nicht mehr sichtbaren Bodendenkmäler erweist sich als schwierige Aufgabe. Die Erstellung exakter Unterlagen über untertägige Bodendenkmäler ist im Vergleich zur Erfassung von Baudenk­mälern sehr zeitintensiv. Erst gründliches Archiv- und Quellenstudium, mehrmalige Ge­ländebegehungen und Luftbilder, geophysikalische, chemische und andere naturwissenschaft­liche Gutachten, genaue Einmessungen sowie die zeichnerische und fotografische Dokumentation ermöglichen die Benennung, Abgrenzung und Ausweisung eines untertägigen Bodendenkmals.

In Remscheid sind am 31.12.2010 45 Bodendenkmäler unter Schutz gestellt.

Hierbei handelt es sich größtenteils um typische Bodendenkmäler aus dem Bergischen Land: Zeugen des eisenverar­beitenden Handwerkes aus der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahr­hunderts (z. B. entlang des Lobaches der Jagensberghammer, Unterer Bergerskot­ten, Ibacher- oder Bücheler Hammer, Hohlwege, Pingen und Meilerplattformen). Es werden aber auch die ehemalige Eisenstraße nördlich von Bergisch Born oder die Gräber­felder an der ev. Kirchen­gemeinde in der Innenstadt als eingetragene Boden­denkmäler in der Denkmalliste der Stadt Remscheid geführt.

 

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