Inhalt anspringen

Stadt Remscheid

Deutsches Röntgenmuseum | 75 Jahre Röntgenplakette

Die diesjährige Verleihung der Röntgenplakette findet am 30. Mai im Minoritensaal der der Klosterkirche Remscheid Lennep statt. Zu der öffentlichen Festveranstaltung lädt der Oberbürgermeister der Stadt Remscheid Sven Wolf alle Interessierten herzlich ein.

Sven Wolf unterstreicht die Bedeutung der Auszeichnung für die Stadt Remscheid: „Die Röntgenplakette ist seit 75 Jahren ein Zeichen des wissenschaftlichen Fortschritts. Die Liste der bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger gleicht einem Geschichtsbuch der Forschung und zeigt, wie eng Remscheid mit internationaler Wissenschaft verbunden ist.“

Preisträgerin ist in diesem Jahr die Physikerin und Nobelpreisträgerin für Physik (2023) Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Anne L‘Huillier.

Frau Professor L‘Huillier erhält die Röntgenplakette in Würdigung ihrer bahnbrechenden Beiträge zur Attosekunden-Laserphysik, insbesondere für die Entdeckung der High-harmonic Generation (HHG) und der nicht-sequentiellen Doppelionisation. Durch ihre Pionierarbeit auf dem Gebiet der Attosekundenphysik hat Anne L’Huillier unser Verständnis der ultraschnellen Welt grundlegend verändert und den eleganten Tanz der Elektronen enthüllt, der in Materie stattfindet.

Anne L‘Huillier wurde am 16. August 1958 in Paris geboren und ist eine französisch-schwedische Physikerin und Professorin für Atomphysik an der schwedischen Universität Lund. Sie gilt als eine der Pionierinnen auf den Forschungsgebieten der Erzeugung hoher Harmonischer und der Attosekunden-Wissenschaft. Die hochharmonische Generation (HHG) ist eine optische Technik, die es ermöglicht molekulare oder elektronische Veränderungen zu untersuchen. Im Zeitbereich entsprechen Höhere Harmonische einer Reihe extrem kurzer Lichtimpulse im Bereich des extremen Ultravioletts und weichen Röntgenlichts mit einer Dauer von einigen zehn oder hundert Attosekunden. L’Huilliers Forschung befasst sich mit der Entwicklung und Optimierung von diesen Attosekunden-Lichtquellen sowie mit der Nutzung dieser Strahlung zur Untersuchung ultraschneller Elektronenbewegungen. 

Für Ihre Forschungen erhielt sie im Jahr 2023 gemeinsam mit Pierre Agostini und Ferenc Krausz den Nobelpreis für Physik. Sie ist damit erst die fünfte Frau, die den Physik-Nobelpreis erhalten hat. In der Begründung für die Auszeichnung heißt es, dass die Preisträger:innen "gezeigt haben, wie man die Bewegung von Elektronen in Atomen, Molekülen und Festkörpern mit ultrakurzen Lichtpulsen auf Zeitskalen von etwa hundert Attosekunden beobachten und kontrollieren kann.“ Eine Attosekunde ist ungefähr die Zeit, die Licht braucht, um ein Atom zu durchqueren, und ist die natürliche Skala für elektronische Bewegungen in der Materie. Diese Zeitskala war bisher für experimentelle Studien unzugänglich, da es keine Lichtpulse mit ausreichend kurzer Dauer gab. 

Anne L’Huillier ist mit dem schwedischen Physiker Claes-Göran Wahlström verheiratet, mit dem sie in Lund viele Jahre gemeinsam geforscht hat. Das Paar hat zwei Söhne. Sie studierte Theoretische Physik an der Université Pierre et Marie Curie in Paris. Für ihre Promotion forschte sie anschließend am französischen Kernforschungszentrum des Commissariat à l’Energie Atomique (CEA) in Saclay. Ihre Dissertation schrieb sie über Vielfach-Ionisation in Laserfeldern hoher Intensität. Im selben Jahr erhielt sie eine Festanstellung als Forscherin am CEA. 1986 erhielt sie eine Stelle als Postdoktorandin am Chalmers Institute of Technology in Göteborg, Schweden, und 1988 an der University of Southern California in Los Angeles. 1993 war sie Gastwissenschaftlerin am Lawrence Livermore National Laboratory. 1995 wurde sie außerordentliche Professorin an der Universität Lund und 1997 zur Professorin für Physik ernannt. 

Anne L’Huillier erhielt die Ehrendoktorwürde der Friedrich-Schiller-Universität in Deutschland (2015), der Université Pierre et Marie Curie (2023) und der Université de Bordeaux (2024) in Frankreich. Sie ist Fellow der American Physical Society, Mitglied der Schwedischen Akademie der Wissenschaften und der Academia Europaea. Sie hat für ihre Arbeit breite Anerkennung und zahlreiche Preise erhalten.

Nobelpreisträgerin für Physik Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Anne L‘Huillier

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • CHARLOTTE CARLBERG BARG

Auf remscheid.de verwenden wir ausschließlich technisch notwendige Cookies sowie das Webanalysetool Matomo zur anonymisierten statistischen Auswertung. Ihre Einwilligung können Sie jederzeit in unseren Datenschutzeinstellungen widerrufen. Weitere Informationen und Hinweise finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Einstellungen zum Datenschutz