In der Nacht vom 30. auf den 31. Juli jährt sich der schreckliche Luftangriff auf Remscheid zum 83. Mal.
Am späten Abend des 30. Juli 1943 wurde für Remscheid Luftalarm gegeben. Der durch das NS‑Regime entfesselte Weltkrieg erreichte mit dem letzten Luftangriff der rund fünfmonatigen Bombenoffensive auf das Ruhrgebiet schließlich auch unsere Stadt. In den frühen Morgenstunden des 31. Juli griffen Verbände der Royal Air Force die Stadt an. Innerhalb von knapp drei Stunden fielen rund 295 Tonnen Sprengbomben und 483 Tonnen Brandbomben. Der Angriff zerstörte große Teile der Innenstadt und richtete schwere Schäden in den Außenbezirken an. Im Zentrum waren 24 Prozent der Häuser völlig zerstört, weitere 20 Prozent schwer oder mittelschwer beschädigt. Insgesamt wurden 51 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes vernichtet.
In dieser Nacht verloren 1.063 Menschen ihr Leben, zahllose weitere wurden verletzt, viele verloren ihr Zuhause und ihr Hab und Gut. Mit dem Morgengrauen zeigte sich ein Bild schwerster Verwüstung, das sich über der Remscheider Innenstadt gelegt hatte.
Über acht Jahrzehnte sind seitdem vergangen. Frieden, Freundschaft und Freiheit sind heute wieder Bedrohungen ausgesetzt. Die Erinnerung an die Nacht des 30. auf den 31. Juli 1943 hilft zu begreifen, dass scheinbar Selbstverständliches vergehen kann, wenn es nicht immer wieder bewusst bewahrt und erneuert wird. Die Opfer – unter ihnen Bürgerinnen und Bürger, verschleppte Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene – mahnen uns, für Frieden, für Toleranz und für Verständigung einzutreten.
Dieses tragische Ereignis, das zahlreiche Opfer forderte und tiefe Spuren in der Stadt hinterlassen hat, soll nicht vergessen werden. Aus diesem Grund laden wir alle Interessierten herzlich ein, der Opfern zu gedenken und gemeinsam innezuhalten.