Mit großer Trauer nimmt die Stadt Remscheid Abschied von ihrem früheren Oberbürgermeister und Ehrenbürger Fred Schulz.
Mit dem Tod von Fred Schulz verliert die Stadt Remscheid eine herausragende Persönlichkeit, die sich in besonderer Weise um das Wohl ihrer Bürgerinnen und Bürger verdient gemacht hat. Als Oberbürgermeister der Stadt Remscheid in den Jahren von 1999 bis 2004 prägte er mit unermüdlicher Schaffenskraft, politischer Weitsicht und klarer Haltung die Entwicklung unserer Stadt nachhaltig.
Fred Schulz war ein Mann der Verantwortung, der mit großem Pflichtbewusstsein für Recht, Sicherheit und Ordnung eintrat und sich zugleich mit Nachdruck für ein lebenswertes, bürgernahes und zukunftsfähiges Remscheid einsetzte. Sein Wirken war stets vom Gemeinwohlgedanken getragen. Er stand für Verlässlichkeit, Entschlossenheit und eine Politik mit klaren Überzeugungen.
In seine Amtszeit fielen wegweisende Entscheidungen für die Stadtentwicklung. Hierzu zählen insbesondere die Umsetzung der REGIONALE 2006 mit der Neugestaltung des Remscheider Hauptbahnhofs sowie die Schaffung des Brückenparks Müngsten als gemeinsames Projekt der Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal. Diese Vorhaben haben das Stadtbild und die regionale Zusammenarbeit nachhaltig geprägt und bleiben mit seinem Namen verbunden.
Auch die wirtschaftliche Entwicklung Remscheids lag Fred Schulz in besonderem Maße am Herzen. Mit großem Engagement setzte er sich für die Ausweisung zusätzlicher Gewerbeflächen ein, unter anderem im Bereich des Lenneper Bahnhofs. Damit verfolgte er das Ziel, die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit unserer Stadt zu stärken und Entwicklungsperspektiven für Betriebe und Beschäftigte zu schaffen.
Über seine Amtszeit als Oberbürgermeister hinaus blieb Fred Schulz ein engagierter Gestalter des öffentlichen Lebens und eine prägende Stimme des Remscheider Handwerks. Als Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft setzte er sich über mehr als 35 Jahre hinweg mit großer Leidenschaft und außergewöhnlicher Beharrlichkeit für die Belange der Betriebe und ihrer Beschäftigten ein. Sein Einsatz, seine Verlässlichkeit und seine Fähigkeit, Menschen zusammenzuführen, machten ihn weit über die Stadtgrenzen hinaus zu einem hochgeschätzten Ansprechpartner. Wegbegleiter bezeichneten ihn nicht ohne Grund als „Macher“, „Brückenbauer“ und „Patriot des Handwerks“.
Seit April 2011 wirkte Fred Schulz zudem als Botschafter der Lebenshilfe Remscheid. Als Initiator und Motor einer persönlich gelebten, unbefristeten Patenschaft zwischen dem Handwerk und Remscheider Einrichtungen setzte er ein eindrucksvolles Zeichen gelebter Verantwortung und Solidarität. Sein Engagement verband materielle Unterstützung mit persönlichem Einsatz und menschlicher Zuwendung. Sein Leitsatz lautete: „Wenn uns die Einrichtungen brauchen, sind wir da.“
Für sein außergewöhnliches und jahrzehntelanges Wirken zum Wohl der Stadt Remscheid wurde Fred Schulz im Jahr 2020 mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet. Diese höchste Auszeichnung, die eine Kommune verleihen kann, würdigte einen Menschen, der sich in herausragender Weise um das Gemeinwesen verdient gemacht hat.
Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand zum Jahresende 2024 blieb Fred Schulz ein unermüdlicher Gestalter, der sich trotz schwerer gesundheitlicher Herausforderungen mit bemerkenswerter Kraft und großer persönlicher Hingabe für die Menschen in Remscheid einsetzte.
Gerne erinnert sich Oberbürgermeister Sven Wolf an die Zusammenarbeit mit Fred Schulz zurück: „Fred Schulz war der erste Oberbürgermeister, dem ich damals im Rat begegnet bin. Aus großem Respekt wurde über die Jahre eine freundschaftliche Verbundenheit. Ein besonderer Moment für mich war, als er mir das Du angeboten hat – bei Fred Schulz wusste man: Das musste man sich erarbeiten. Es hat mich sehr gefreut, dass er mich gemeinsam mit meinen anderen Vorgängern im Amt des Oberbürgermeisters nach meinem Antritt im Rathaus besucht hat. Ich werde die Zeit, die Gespräche und die Verlässlichkeit, die uns verbunden haben, in guter Erinnerung behalten.“
Mit Fred Schulz verliert Remscheid eine Persönlichkeit von besonderem Format. Sein Wirken wird weit über seine Amtszeit hinaus nachhallen und einen festen Platz in der Geschichte unserer Stadt behalten.
In diesen Stunden des Abschieds gilt das tief empfundene Mitgefühl der Stadt Remscheid seiner Ehefrau, seiner Familie sowie allen Angehörigen und Wegbegleitern.
Die Stadt Remscheid wird Fred Schulz ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren.
Herr Oberbürgermeister Sven Wolf hat entschieden, dass als Zeichen der Trauer die Flaggen vor den städtischen Gebäuden am Samstag, 11. April 2026, sowie am Tag der Beisetzung, die am 17. April 2026 stattfinden wird, auf Halbmast gesetzt werden.
Ein Kondolenzbuch liegt ab Montag, 13. April, im Foyer des Rathauses aus. Die Öffentlichkeit ist eingeladen, sich dort einzutragen und ihre Anteilnahme auszudrücken.