Demokratiebildung unter Druck – Schule zwischen KI, Social Media und gesellschaftlichen Spannungen
Der Fachtag greift aktuelle Herausforderungen auf, mit denen Schulen und pädagogische Fachkräfte zunehmend konfrontiert werden. Themen wie Künstliche Intelligenz, soziale Medien, Desinformation, politische Polarisierung und gesellschaftliche Spannungen beeinflussen die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen sowie den schulischen Alltag. Ziel der Veranstaltung ist es, pädagogische Fachkräfte zu stärken, Handlungssicherheit zu vermitteln und erfolgreiche Ansätze der Demokratiebildung vorzustellen.
Der Fachtag bietet aktuelle Impulse, praxisorientierte Workshops und Raum für Austausch zu Fragen der Demokratiebildung in Schule.
Geplante Themen u. a.:
- KI im Unterricht – Gefahr oder Chance?
- Social Media & politische Meinungsbildung
- Demokratie praktisch erleben – Partizipation im Schulalltag
- Kontrovers unterrichten – Neutralität vs. Haltung
- Erfolgreiche Demokratiebildung an Schulen
Mit einem Impulsvortrag von Katharina Nocun (Öffnet in einem neuen Tab) sowie weiteren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Wann?
Mittwoch, 07.10.2026, 8.30 bis 15.30 Uhr
Wo?
im Neuen Lindenhof (barrierefrei), Honsberger Str. 38, 42857 Remscheid
Wer kann teilnehmen?
Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter:innen, päd. Fachkräfte sowie weitere Multiplikator:innen u aus dem schulischen Bereich.
Weitere Informationen:
Der gesamte Fachtag einschließlich Snacks, Mittagessen und Getränke ist kostenfrei! Wir freuen uns auf Sie.
Bei Rückfragen wenden Sie sich an:
Kerstin Becklas
Demokratie leben! beim Stadtteil e.V.
Tel. 02191 93 80 32
k.becklasstadtteil-rsde
oder
Christoph Sykulski
Kommunales Integrationszentrum
Tel. 02191 16-3267
christoph.sykulskiremscheidde
Programm
| 8.30-9.00 Uhr |
Ankommen |
| 9.00-9.30 Uhr |
Begrüßung und Einführung in den Fachtag |
| 9:30-10:30 Uhr |
Keynote mit Katharina Nocun (Öffnet in einem neuen Tab): Filterblasen-Politik?! - Wie KI & Social Media unsere Wahrnehmung beeinflussen Nicht erst seit Trump seine Online-Kanäle massiv mit KI-generierten Inhalten gefüllt, sollten wir uns mit der Frage beschäftigen, wie sich die Nutzung von entsprechenden Inhalten auf politische Debatten auswirkt. Auf X posteten Accounts vermeintlich realer blonder junger Frauen, welche Partei es zu wählen gilt. Auf den ersten Blick lässt sich kaum sagen, ob die Likes darunter von Bots oder realen Personen stammen. Gefakte „Interviews“, in denen Stimmung gegen Migration gemacht wird, erreichen auf TikTok eine große Reichweite. Und einige Parteien werben mit real wirkenden Bildern, die aber tatsächlich von einer KI stammen. Wie verändert das politische Debatten – und langfristig auch unserer Demokratie? |
| 10:30-10:45 Uhr | Pause |
| 10:45-11:45 Uhr | Workshop-Phase 1 |
| 12.15-13:15 Uhr | Mittagspause |
| 13:15-14.45 Uhr | Workshop-Phase 2 |
| 15:00-15:30 Uhr | Abschluss |
Workshops
Workshop 1: KI im Unterricht – Gefahr oder Chance für Demokratiebildung?
mit Katharina Nocun
Demokratie lebt von der Diskussion, vom Austausch, von Empathie. Was aber, wenn immer mehr Menschen sich – auch dank immer überzeugender wirkenden KI-Fakes – in Parallelrealitäten verliert und Desinformation auf den Leim gehen? Wie damit umgehen, wenn sachliche Debatten im Gruppenchat zunehmend mühsam werden, weil es unmöglich scheint, sich auf einen gemeinsamen Nenner – eine gemeinsame Realität – zu einigen? Welche Akteure profitieren davon und was können wir dem entgegensetzen? In diesem Workshop werden die wichtigsten Mechanismen beleuchtet und mögliche Gegenstrategien zur Selbsthilfe vorgestellt.
Dieser Workshop wird angeboten in der Workshop-Phase 1 und 2
Workshop 2: Social Media & politische Meinungsbildung in der Schule
mit Lena Hoffmann, (SystEx) Systemberatung Extremismusprävention und Demokratieförderung bei der Psychologischen Beratungsstelle
"Down the rabbit hole": Meinungsbildung und Manipulation mit Social Media - Welchen Gefahren und welcher Sogwirkung sind Jugendliche auf Social Media ausgesetzt und welche Chancen gibt es für die demokratische Bildung? Wie können wir pädagogisch unterstützen?
Dieser Workshop wird angeboten in der Workshop-Phase 1 und 2
Workshop 3: Macht Demokratie demokratischer! Impulse aus dem Konzept: „Betzavta – Die Methode des Adam Instituts Jerusalem“
mit Demokrat Ramadani-Reka, Bielefeld School of Education an der Universität Bielefeld
Was ist Demokratie? Wodurch wird sie gefährdet? Warum muss Demokratie verbessert werden? Was sollen Menschen in einer Demokratie wissen und können? Wie können wir eine Demokratie lernen und machen, die es noch nicht gibt? Diese Fragen werden im Workshop thematisch und methodisch verbunden mit einer Einführung in das Demokratietrainingskonzept "Betzavta - Mehr als eine Demokratie". "Betzavta" ist hebräisch und heißt auf Deutsch „Miteinander“. Es wurde am Adam Institut in Jerusalem von einem jüdisch-arabischen Team entwickelt und wird in Deutschland adaptiert für die pädagogische Arbeit in Kita, Schulen, Hochschulen. Die Übungen dieses Programms sind mal diskursiv und mal aktionszentriert. In allen geht es darum, dass die Teilnehmenden unter bestimmten Rahmenbedingungen handeln und im Anschluss reflektieren, was geschehen ist, was daran demokratisch oder undemokratisch gewesen ist, was die Übung mit dem unserem gesellschaftlichen Kontext zutun hat und welche Impulse sich daraus für die Demokratisierung von Lebensbereichen ableiten lassen.
Dieser Workshop wird angeboten in der Workshop-Phase 1 und 2
Workshop 4: Kontrovers unterrichten – Neutralität vs. Haltung
mit Florian Monstadt, Bergische Universität Wuppertal
Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Fallbeispiele und Gesprächsstrategien für schulische Situationen, in denen Demokratiebildung unter Druck gerät. Die Teilnehmenden reflektieren, wann Neutralität geboten ist und wann eine fachlich begründete demokratische Positionierung erforderlich sein kann.
Ziele des Workshops:
- Klärung des Beutelsbacher Konsenses und seiner Bedeutung für kontroverse Themen im Unterricht
- Neutralitätsgebot: Rechtliche Grundlagen, aktuelle Debatten und Bedeutung für die Unterrichtspraxis
- Stärkung der Handlungssicherheit im Umgang mit extremen Positionen
- Reflexion der professionellen Rolle zwischen persönlicher Haltung und pädagogischem Auftrag
Dieser Workshop wird angeboten in der Workshop-Phase 1 und 2
Workshop 5: „Demokratie ist mehr als gefragt werden - Beteiligung und Begegnung als demokratische Praxis im Schulalltag“
mit Melissa Emara, Trainerin für Antirassismus und Antidiskriminierung und Projektmitarbeiterin NRWeltoffen und Demokratie leben! bei der Stadt Remscheid
Wie demokratisch ist mein Klassenzimmer eigentlich wirklich? Und wie können Sie als Lehrkräfte Räume schaffen, in denen Schüler*innen nicht nur ihre Meinung sagen, sondern erleben: Ich werde gehört und ich kann etwas bewegen. Gleichzeitig müssen Schüler*innen und Lehrkräfte sich mit unterschiedlichen Perspektiven auseinandersetzen und Ambivalenzen aushalten. Gemeinsam wollen wir in diesem Workshop erarbeiten, wie diese Herausforderung gelingt und wir „Demokratie-Kompetenz“ praxisnah im Schulalltag fördern und stärken können.
Dieser Workshop wird angeboten in der Workshop-Phase 1
Workshop 6: Ambiguitätstoleranz als Schlüsselkompetenz für Demokratiebildung an Schulen
mit Seyfullah Köse, Lehrer und Vorstandsmitglied beim Landesintegrationsrat NRW
Demokratische Bildung an Schulen erfordert die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven, Wertvorstellungen und gesellschaftliche Konflikte auszuhalten und konstruktiv zu bearbeiten. Ambiguitätstoleranz – verstanden als Fähigkeit, Mehrdeutigkeit, Widersprüche und Unsicherheit auszuhalten, ohne vorschnell zu bewerten oder auszugrenzen – stellt dabei eine zentrale demokratische Kompetenz dar.
Der Workshop verbindet anthropologische und philosophische Ansätze mit rechtlichen und soziologischen Perspektiven auf Demokratie, Vielfalt und Rassismus. Anhand von Fragen des interkulturellen Zusammenlebens und des Alltagsrassismus wird gezeigt, wie Ambiguitätstoleranz dazu beitragen kann, eigene Deutungsmuster zu reflektieren, Perspektivwechsel zu ermöglichen und einen respektvollen Umgang mit Differenz zu fördern. Im Fokus steht die Frage, wie diese Kompetenz im schulischen Kontext gestärkt und damit demokratisches Denken und Handeln nachhaltig gefördert werden kann.
Dieser Workshop wird angeboten in der Workshop-Phase 2